Small Talk
Offene Briefe
Mein erster Computer war ein Mac IIci. Mit dem habe ich viel mit HyperCard gearbeitet, erste Experimente mit Video- und Soundbearbeitung gemacht und nein, gar nicht soviel Photoshop. Geschweige denn Illustrator.
Über all die Jahre habe ich mit den Obstkisten alles das gemacht, für das sie von Apple massiv beworben wurden: Multimedia, Grafik, Vernetzung. Und bin mit Apple durch alle Höhen und Tiefen gegangen, wann immer die Firma mal wieder totgesagt oder hochgelobt wurde. Über all die Jahre waren wir (mediawerk) auch immer Apple-Developer.
Oft genug als Apple-User bewundert, bedauert, ausgelacht oder zu Spinnern erklärt. Und bis vor kurzem musste man sich gegen den Vorwurf verteidigen, bloß ein „Fanboy“ zu sein, der seinen fehlenden Intellekt locker dreimal mit seinem Grad an hirnloser Begeisterungsfähigkeit wettmachte. Aber da war immer noch Verlass auf Steve Jobs, der den Laden mit seinen Ideen, seinem Charisma und seiner Chuzpe am Laufen hielt. Und das immer zu beiderseitigem Nutzen für ihn und die Anwendergruppe, die er am Anfang umworben hat: die Content-Entwickler.
In den letzten Jahren hat sich Apples Zielgruppe langsam aber stetig weiter hin in den privaten Bereich verschoben, mit den einfach zu bedienenden, designtechnisch wohnzimmertauglichen Computern sowieso, mit Konzepten zur Integration von TV, Video, Musikanlage und dann mit iPod und iPhone. Die Auswahl an Hardware für den professionellen Bereich wurde immer kleiner. Wo man früher auch kleinere (Pizzaschachtel, anyone?) Rechner haben konnte, die sich in POIs und Kiosk-Systeme einbauen ließen, bleiben heute entweder die großen Geschosse, die kaum unter den Schreibtisch passen oder die praktisch nicht konfigurierbaren iMac, Mac mini & Co.
Inzwischen werden professionelle User aber offensichtlich nicht mehr nur in der Produktpolitik, sondern auch in der Kommunikation ignoriert. Anders kann ich mir jedenfalls den „offenen Brief“ nicht mehr erklären. Da wehrt man sich jahrelang gegen das Image des „Fanboys“ und nun kommt der Oberguru und behandelt seine Anhänger selbst wie Fanboys, die nicht in der Lage sind, nachzudenken. Ich bin eigentlich gar nicht mehr sauer wegen des Bannens von Flash, es passt nunmal nicht in Apples Unternehmenskonzept. Aber dass Jobs nichtmal den Mut hat, zu sagen, was Sache ist und stattdessen seine Anhängerschaft mit vermeintlich sachlichen „Argumenten“ gegen Adobe in Stellung zu bringen versucht, amüsiert mich überhaupt nicht. Wie irrwitzig, denn mit Apple alleine kann man nichts entwickeln, Anwendersoftware wäre schon dafür nötig – bei den meisten kommt sie von Adobe.
Jobs versucht auch noch, am Rande ein paar Leute mitzunehmen, die zwar eigentlich von Apple nie was hielten (Klickibunti, anyone?), aber sich mit zumindest einigen Punkten im offenen Brief identifizieren können. Die brauchen sich jetzt jedenfalls nicht mehr zu entscheiden, ob sie Flash oder Apple gruseliger finden.
Wirklich schlau geplant - ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Ich muss nicht mehr wiederholen, warum das Gelaber lahm ist, das haben andere schon getan:
- HTML5 ist kein freier Standard: Apple behält sich immer noch weitere Schritte in Sachen Canvas-Element vor
H.264 ist nicht frei - die komplette Fertigstellung von HTML5 wird sich noch bis 2022 hinziehen. Mindestens.
- auf dem PC ist Flash wesentlich schneller als HTML5. Apple hält Informationen zurück.
- in Bezug auf Animation ist Flash schneller
- Flash ist nicht nur Video und zappelnde Banner, es geht um „Rich Media“
- Jobs will Ogg Theora ebenfalls vom Markt haben
- Eine App kann kein komplettes Netzwerk lahmlegen
- Wer selbst ein offenes Scheunentor hat, sollte nicht so betont mit Steinen werfen
- Wie offen ist eigentlich der iTunes Store?
Mir hat vor allem ein Umstand zu denken gegeben: seit Oktober 2009 ist bekannt, dass Flash iPod/Phone/Pad-Applikationen exportieren können wird. Wenn das tatsächlich irgendwelche negativen Auswirkungen hätte, dann wäre ein halbes Jahr Zeit gewesen, das Treiben zu stoppen. Dies zu tun, wartete Apple jedoch bis April 2010 (es war nicht das erste Mal, dass Apple so mit einem Third-Party-Entwickler umging, s. Google). Honi soit qui mal y pense.
12. Mai 2010
Apple vs. Adobe
Apple möchte nicht, dass aus Flash exportierte iPhone-Anwendungen in den AppStore kommen. Schade, ich hätte gerne damit experimentiert, E-Learning, multimediale Magazine oder neue Wege, Menschen mit Illustrator-Tipps zu versorgen. Die iPhone/iPod/iPad-Plattform gefällt mir nämlich - für diese ganze Testerei hätte ich mir demnächst eins der Teile angeschafft. Vielleicht hätte es mir soviel Spaß gemacht, dass ich später auf „erwachsene“ Programmiersoftware umgestiegen wäre. Aber das werde ich jetzt nicht mehr erfahren.
Sag mal Apple, was soll der Quatsch eigentlich? Wird das jetzt so eine Adobe-oder-Apple-Kiste? Dann kann ich Euch schon sagen, wie das hier ausgeht: Illustrator ist es nämlich egal, welche Hardware unter ihm läuft. Und mir dann auch. Kann ich endlich die schicken Kartografie-Funktionen nutzen.
9. April 2010
Easter-Eggs
Designerinaction hat gefragt, ob noch jemand Easter Eggs in Adobe-Software kennt. Und ja, da gibt es noch Sachen in Illustrator:
Neben der alternativen About-Box wohl am bekanntesten sind die Infos, die man sich anzeigen lassen kann. Alt drücken und auf den Pfeil im Infobereich klicken.


Etwas weniger bekannt ist die Geburtstagstorte, die der Entwickler der Pinsel-Engine für einen lieben Menschen gebaut hat. Dazu geben Sie die Werte wie im Screenshot ein:

5. April 2010
Fingerboard-Ollie oder wie man das Lernen lernt
OK, ich brauch was, was man in einem kreativen Loch machen kann. Damit die Finger beschäftigt sind und nicht mehr den Weg zur Schokolade finden. Aber man sollte es auf kleinstem Platz machen können und sofort zur Seite schieben, wenn dann wieder eine Idee kommt. Aus für die Elektrische Eisenbahn. Stricken will ich nicht, kann ich schon.
Paar Euro Fuffzig, um bei Amazon die Lücke zum vollen Gutscheinbetrag zu füllen und ein Fingerboard gekauft. Damit kann man lustige Tricks machen und die Finger bisschen gymnastisch bewegen. Vielleicht hilfts ja als Vorbeugung gegen das Karpaltunnel-Syndrom.
Was bei youtube so einfach aussieht, will aber gelernt werden. Auch dafür gibt es viele Videos. Hier werden 10 bis 12-Jährige ganz groß, die mit viel Enthusiasmus den ersten Fingerboard-Trick vorführen und die Bewegungsabläufe erklären mit Zeitlupe und allem Drum und Dran. Wirklich gut gezeigt. Aber bei mir klappt das nicht.
Was ich eigentlich brauche, ist nicht ein Video, das mir zeigt, wie die Abläufe sind und was dabei eigentlich passiert, warum das Fingerboard überhaupt fliegt und über was man alles springen kann. Diese Videos sind klasse, aber davon lernt man es nicht.
Viel wichtiger war, ein Video zu finden, das Strategien zeigt, wie man das lernen kann. Der Umweg, die Bewegungsabläufe erst zu denken und dann zu tun, ist viel zu lang. Einen interessanten Weg zeigt dieses Video: http://www.youtube.com/watch?v=qIY4VDJQcc8
5. März 2010, Permalink
Photoshop wird 20
Am 19. Februar ist der offizielle Geburtstag. Gefeiert wird dann hier und hier, es gibt auch was zu gewinnen. Früher konnte man ja auch noch ziemlich einfach seine eigene, simplifizierte Version erstellen, mit einer stark vereinfachten Werkzeugpalette, ResEdit sei Dank.

Hier packen die Knoll-Brüder und Russell Brown ihre Erinnerungskiste aus und Sibylle hat eine sehr persönliche Glückwunschadresse geschrieben.
16. Februar 2010
Diffusion Curves
Verlaufsgitter können einen mit ihrer Komplexität in den Wahnsinn treiben. Diffusion Curves gehen einen anderen Weg und können einen einzelnen Pfad mit mehreren Farben versehen, die wiederum selbstständig mit umliegenden Farben interagieren. Ein international besetztes Entwicklerteam hat daran gearbeitet, einer der Entwickler kommt aus Hamburg!
Nach dem Video noch hier und hier vorbeikucken, zusätzliche Papers runterladen, Beispiele ankucken und eine (Windows-)Implementation der Technologie ziehen.
11. Februar 2010
Shockwave-Deinstallation
Eigentlich dachte ich ja, die Zeit der jämmerlichen Lokalisierungen englischer Software wäre vorbei. Und dann das hier:

Das muss irgendwie wichtig sein. Aber wohl nicht wichtig genug, um einen menschlichen Übersetzer dranzusetzen.
29. Januar 2010
E-Books publizieren
Wer E-Books mit InDesign erstellen möchte, findet entsprechende Ressourcen – White Papers, Videos, Tutorials etc. – bei Adobe.
Flash vs Open Standards
John Nack hat einen sehr guten Aufsatz über Flash, Adobes Konzepte mit den freien Playern und warum das so erfolgreich ist. Das ist länger als seine sonstigen Blogbeiträge, aber es lohnt definitv. EIn Tipp von John Dowdell, den ich im Übrigen »kenne«, seitdem ich das Internet nutze. Erinnert sich noch jemand an die Macromind-ja-damals-hieß-das-noch-so-Director-Gruppe bei Compuserve?
DOCMA-Bücher auf DVD
Die Bücher der Photoshop-Reihe von Doc Baumann und Christoph Künne sind vergriffen. Da sie trotzdem noch nachgefragt werden, wurde jetzt die komplette Reihe auf DVD veröffentlicht. Mit Gesamtverzeichnis, durchsuch- und ausdruckbar, wenn man sich abseits des Monitors vertiefen möchte. Ich schätze die Workshops sehr, weil Baumann/Künne nicht nur den schnellen Effekt zeigen, sondern dabei die Hintergründe vermitteln. So hat man auch über den Tag und das aktuelle Projekt hinaus etwas davon.
Die DVD gibt es zu dem sehr günstigen Preis von (bis 31. Januar 2010) 99 EUR.
Mehr Info zur Photoshop-DVD, bestellen, etc.
18. Januar 2010
Amazon-Rezensionen können auch Spaß machen
Wie viele meiner Autoren-Kollegen bei Galileo Design war auch ich 2007 und 2008 von massivem Amazon-Rezensionsmissbrauch betroffen. Mehr Info. Aber Amazon-Rezensionen können auch viel Spaß machen, obwohl sie gefaked sind, hier z.B.
Danke an Christoph Steffens, der das bei Hilfdirselbst veröffentlicht hat
10. Januar 2010

Enhance It?
Wer kennt sie nicht, die Situation im Sonntagabendkrimi , wenn der Nerd (gerne ein entfernter Bekannter des Hauptkommissars) das höchstens 32 x 32 Pixel große Bild aus der Videoüberwachung (gerne sehr verrauscht) bearbeitet. Der Profi erkennt Photoshop natürlich sofort und dann kommt der berühmte Satz: „Können Sie das Nummernschild herausarbeiten?“
Auch in US-Krimis gibt es diese Szene. Das Stichwort heißt hier „Enhance“. John Nack beschreibt in seinem Blog, wie die Photoshop-Mannschaft bei "Avatar" in kollektives Gelächter ausbrach, als das Wort fiel.
Hier ein Zusammenschnitt der besten Szenen (aus diversen Serien und Thrillern)
8. Januar 2010
Adventskalender für Designer
Lukas hat wieder seinen Adventskalender gefüllt und öffnet ab morgen, den 1. Dezember jeweils ein Türchen mit einem leckeren Download.
30. November 2009
Karten aus der OpenStreetMap als AI
Aus der OpenStreetMap konnten bereits bisher Kartenausschnitte als SVG exportiert und in Illustrator geöffnet werden. Beim Import gab es jedoch immer Schwierigkeiten, da Illustrator die SVG-Variante der OSM nicht richtig unterstützt und einige Schnittmasken nicht korrekt konvertiert.
Jetzt hat die Hannoveraner Firma 123map ein Tool online gestellt, mit dem man OSM-Ausschnitte als AI speichern kann. Dabei erhalten Sie bessere Rohdaten. Nacharbeiten ist in vielen Fällen trotzdem nötig, z.B. für die verbreitete Nutzung als Anfahrtsplan. Für diesen Zweck sind die Karten viel zu detailliert.
Abbildung: Kartenausschnitt Hamburg-Zentrum, Hauptbahnhof (Screenshot aus Illustrator). Bitte klicken Sie, um den Ausschnitt zu vergrößern.
(c) OpenStreetMap contributors, Lizenz CC-BY-SA 2.0
Das Nachbearbeiten von Straßennamen, Konturstärken etc. ist durch die logische Ebenenstruktur noch relativ einfach. Das Beseitigen redundanter Informationen wie der exakten Anzahl der Gleise des Hauptbahnhofs oder kleinster Sackgassen, deren Lage für einen Anfahrtsplan irrelevant ist (es sei denn, das Ziel befände sich genau dort), verursacht wahrscheinlich mehr Arbeit als ein kompletter Neuaufbau der Karte.
Ein Screenshot des relevanten Bereichs aus der OpenStreetMap und darauf eine intelligente Skizze, die genau die für einen Besucher relevanten Informationen enthält, sollte eine wesentlich bessere Basis für einen Anfahrtsplan darstellen. Der wird dann in Illustrator vektorisiert. Einen (kostenpflichtigen) Workshop dazu gibt es z.B. bei „Illustrator Aktuell“.
Das ändert nichts daran, dass das Projekt OpenStreetMap selbst eine sinnvolle und demokratische Unternehmung ist. Da die Abbildung eines Ortes auch immer etwas über Herschaftsverhältnisse aussagt, muss die Abbildung auch wieder in die Hand der Herrschenden. Das sind in einer Demokratie nunmal die Bürger.
20. November 2009, Link zu diesem Abschnitt
Ausstellungstermin für Illustrator-Fans
In Frankfurt/M. zeigt das Städelmuseum noch bis zum 28. Februar eine Botticelli-Ausstellung, für die über 80 Werke aus großen Gemäldesammlungen Europas und der USA zusammengeholt wurden. Dabei ist auch die Venus, die den meisten von Ihnen sicher bekannt vorkommen wird. Illustrators Splash Screen ziert(e) allerdings eine andere Version des Motivs, die Geburt der Venus.

Abbildung: Sandro Botticelli (1444/45-1510) Werkstatt, Venus, Berlin, Staatliche Museen, Gemäldegalerie, Foto: Jörg P. Anders
Die Sonderausstellung widmet sich kostbaren Schöpfungen aus allen Schaffensphasen Botticellis, konfrontiert diese mit thematisch verwandten Werken seiner Künstlerkollegen und beleuchtet sie im historischen Kontext ihrer Entstehung. In drei Teile gegliedert stellt sie die verschiedenen Aufgaben und Themenkreise vor, denen Botticellis malerisches Œuvre verpflichtet ist. An erster Stelle führen Porträts sowie allegorische Bildnisse vor Augen, wie differenziert der Maler diese hoch entwickelte Gattung zu nutzen und durch neue Impulse zu bereichern verstand. Im Mittelpunkt des zweiten Teils stehen Botticellis berühmte mythologische Darstellungen weiblicher Gottheiten und Tugendheldinnen, das dritte Kapitel der Ausstellung widmet sich schließlich dem reichen Bestand seiner religiösen Malerei.
Weitere Informationen zu Botticelli im Städelmuseum
13. November 2009, Link zu diesem Abschnitt
Illustrator, MAPublisher und Flash
Dieses Beispiel verbinde ich gleich mit einem Hinweis auf meine Plug-in-Seite: Interaktive Karten als .SWF direkt exportiert aus Illustrator. Damit würde ich auch gerne mal spielen.

Online-Bücher
Wie viele andere Bücher von Galileo Press gibt es jetzt auch mein Illustrator-CS4-Buch als Onlinebuch zu kaufen. (Update 12. Januar 2010: Kollege Christoph Luchs hat sich einige Gedanken zum Sinn von eBooks gemacht, anregende Lektüre, danke dafür)
Update 11. März 2010: Videotrailer
25. Oktober 2009
Casino Royale
Die Titelsequenz von Casino Royale (der Neuauflage von 2006, nicht der Persiflage von 1967) ist für den Vektor-Fan natürlich ein „Must“. Illustrator spielte bei deren Erstellung jedoch keine Rolle, die Kreativen von Framestore CFC nutzten stattdessen Autodesk Inferno, um diesen Titel zu erstellen.
25. Oktober 2009
Illustrator - niemals!
Für viele FreeHand-Anwender ist Illustrator ein rotes Tuch. Die Gründe gegen den Umstieg sind dabei ähnlich, bestimmte Argumentationslinien findet man immer wieder. Ich kann es verstehen, dass man sich nicht so gerne von seiner Vergangenheit trennt, vor allem, wenn es nicht freiwillig geschieht. Da ich auch nachvollziehen kann, wenn Ihr meine Gegenargumente nicht so gerne in „Euren“ Foren lest, hab ich das einfach hier zusammengestellt:
FreeHand war einfach zu lernen, Illustrator ist es nicht. Selbst komplette Computer-Laien konnten mit FreeHand nach 15 Minuten alles bauen, was sie wollten.
Bist Du sicher, dass Dich Deine Erinnerung an der Stelle nicht täuscht? Ich habe ein wenig Erfahrung darin, welche Probleme Vektorgrafik-Anfänger haben. Ich habe selbst mit FreeHand 2 angefangen. Es war einfach, aber nicht soo einfach, wie einen manchmal die Erinnerung glauben lassen will.
Und was hat man damals überhaupt mit FreeHand gemacht? Sicher nicht die Dinge, die Du heute mit FreeHand MX und 15 Jahren Praxis baust. Einfache Logos, Anzeigen oder mal eine sehr reduzierte Packung. Wollte man allerdings z.B. so etwas aus heutiger Sicht Simples wie das Kerning der Schrift ausgleichen, wurde es kompliziert.
FreeHand kann man für alles benutzen, das Wechseln zwischen Illustrator und einem Layoutprogramm ist mir zu mühsam und umständlich.
Wir leben in einer Zeit des Cross-Media-Publishing. Mehr und mehr geht es um Dokumentstrukturen, nicht nur Layouts, und das Weiterverwenden der Inhalte über Medien- und Ländergrenzen hinweg. Es sind nicht die Softwarehersteller, die diesen Trend forcieren, sondern danach fragen die Kunden. Nicht nur Global-Player, auch kleinere. Sie merken, dass Redaktionssysteme ihnen helfen können, billiger, schneller und mit weniger Korrekturläufen zum Ziel zu kommen. Layoutsoftware ist auf diese Abläufe vorbereitet, Vektorsoftware ist es nicht und wird es u.U. nie in dem für Layouts benötigten Umfang sein. Wenn Du in Zukunft im Geschäft bleiben willst, bereite Dich auf die Anforderungen vor.
FreeHand ist für Designer, Illustrator ist für Techniker, für kreative Arbeit ist es nicht geeignet, da gerät es mir ständig in den Weg.
Es gibt eine Menge ernstzunehmender Illustrator-Anwender (die auch FreeHand genau kennen), die glatt das Gegenteil behaupten und FreeHand für wesentlich genauer und besser geeignet für Konstruktionsarbeiten halten.
Wer allerdings meint, dass eine bestimmte Software für kreative Arbeit nicht geeignet sei, der hat wahrscheinlich noch nicht genau hingesehen. Kreative Menschen können mit jeder Software kreative Dinge machen; sehr viele Beispiele könnt Ihr in meiner Linkliste finden. Und Hunderttausende verdienen täglich Geld mit kreativer Arbeit, indem Sie Illustrator benutzen.
Du kannst mir ja glauben, dass ich mich mit Illustrator beschäftigt habe, aber in Illustrator geht alles 20-30% langsamer.
Alles, was ungewohnt ist, geht anfangs langsamer. Der wirkliche Geschwindigkeitszuwachs kommt mit der Routine (und nur mit der Routine). Seitdem ich Illustrator benutze, geht bei mir in FreeHand alles 20-30% langsamer.
Ich krieg meine Dateien nicht konvertiert und ich habe riesige Altdatenbestände. Nach dem Öffnen in Illustrator ist das nur noch unbearbeitbarer Datenmüll.
Das höre ich von vielen Leuten. Und jedes Mal frage ich nach Details, denn ich würde Dir ja gerne helfen. Ich habe bisher nur von niemandem eine Antwort darauf bekommen.
Es gibt tatsächlich eines, das man nicht konvertieren kann: Live-Effekte, zusätzliche Konturen und Füllungen. Die benutzt allerdings außer Kartografen kaum jemand, obwohl sie die nützlichste Erfindung seit geschnittenem Brot sind.
Ich will nichts neues lernen, ich kann doch bereits FreeHand in- und auswendig. Um in Illustrator einzusteigen, müsste ich Trainings besuchen oder wenigstens das Handbuch studieren.
Dafür sind Handbücher da. Aber das kennst Du sicher, wenn Du Dir ein neues Handy, einen neuen Drucker oder einen neuen Fernseher kaufst.
Sieh den Vorteil dabei: anstatt nur zwischen zwei Tassen Kaffee die Features einer neuen Programmversion kurz mal anzuklicken, kannst Du Deine Arbeitsweise komplett neu durchdenken, hast Gelegenheit, alte Zöpfe von vor 20 Jahren abzuschneiden, alte Gewohnheiten über Bord zu werfen und lernst, die Möglichkeiten eines aktuellen Programms wirklich auszunutzen. Das wird auch Deiner Produktivität einen Schub geben.
Viele Anwender arbeiten mit aktueller Software so, wie sie es irgendwann einmal gelernt haben, obwohl ihr Workflow lange überholt ist. Du hast die Chance, einen Neustart zu machen. Ich habe mehrere dieser Umstiege hinter mir (bei 3D-, Layout-, Webentwicklungs-, Multimedia- und Vektorsoftware) und war über jeden dieser Wechsel sehr unglücklich, denn es kostet viel Zeit und kommt eigentlich immer zum falschen Zeitpunkt, nämlich mitten im Projekt. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass ich jedes Mal mit meinem Vorwissen und dem Neugelernten besser, professioneller und produktiver geworden bin.
Ein kreativer, kompetenter Gestalter kann in FreeHand immer noch bessere Sachen bauen als ein Illustrator-Hobbyist.
Ja sicher, aber das könnte er auch mit Bleistift und Papier, mit Klebebuchstaben, dem Rapidographen oder mit CorelDraw. Oder mit Illustrator. Denn gestalterische Kompetenz ist weitgehend unabhängig vom Medium. Für die Wahl der Mittel sind andere Gründe wichtig, z.B. die Rentabilität, die Kompatibilität, die Art der Weiterverarbeitung. Oder die Zukunftsfähigkeit. Man könnte auch sagen: es geht nicht darum, ob Du etwas besser kannst als jemand anders, denn es geht eigentlich nur um Dich.
In Illustrator kann man kein Rechteck bauen, dessen Ecken alle individuell gerundet sind.
Das ist schade, ja. Überhaupt erkennt Illustrator keine Form als geometrisches Objekt, sobald sie erstellt ist. Aber wie oft brauchst Du das Rechteck mit individuellen Rundungen täglich?
Wettbewerb ist gut für alle.
Und damit kommen wir zu einem Argument, das sich tatsächlich nicht widerlegen lässt. Ein wettbewerbsfähiges Konkurrenzprodukt (vor allem auf der Mac-Plattform) würde Illustrator auch gut tun, nicht nur den Anwendern.
Pantone-App fürs iPhone
Der echte Design-Nerd bestimmt die Farbe des Himmels exakt in Pantone-Nummern, ohne den Fächer bei der Hand zu haben. Diese Fähigkeit wird in Zukunft wohl verloren gehen, denn die Pantone-App wird es uns abnehmen.

OK, Farbverbindlichkeit sieht anders aus, aber dafür kriegt man es auch zum absoluten Schnäppchenpreis von 7,99 €.
Visualisierung
Der Wahlatlas ist wieder da! Nachdem das SVG-Angebot beim Bundeswahlleiter auf Shockwave-Flash umgestellt wurde, ist es an anderer Stelle wieder aufgetaucht. Wieder SVG-basiert und interaktiv. Der Betreiber des SVG-Wahlatlas, Michael Neutze, betreibt auch ein Weblog mit weiteren interessanten Meldungen zur Visualierung von Daten. (via Schockwellenreiter)
Eifersüchteleien
Während sich um den Designer und Autor Thomas Hürlimann eine Gruppe formt, die notfalls auf die Herausgabe des FreeHand-Quellcodes klagen will (Deutsch | English | Español), kommentieren die Leser bei Mordy Golding fleißig seinen Artikel über die Vernachlässigung von Illustrator in Adobes offiziellen Dokumenten (PDF). Am Ende müssen wir doch alle auf Corel Draw umsteigen ...
Update (1. Dezember 2009): Auch bei Corel soll es weitreichende Veränderungen geben. Der bisherige Mehrheitsaktionär Corel Holdings möchte alle Aktien aufkaufen und Corel von der Börse nehmen, um zu investieren.
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